Zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit 2021 hat PLUS dazu aufgerufen, Lesben zu teilen, die für eine*n Vorbild waren oder sind.

Obwohl Lesben auf allen Ebenen unsichtbar gemacht werden, sind auf den Aufruf hin viele Vorbilder eingereicht worden, die hier vorgestellt werden:

Da sind private Vorbilder wie die beste Freundin, große Schwester, Tante, Chefin und Kollegin oder die Lehrerin von früher. Sie prägen unser Bild von Lesben konkret im Alltag.

Vorbildliche Lesben begegnen uns aber auch im professionellen Umfeld, wo sie in ihren Bereichen wichtige Impulse setzen und ihre Stärken dort sowie inner- und außerhalb der Community für lsbttiq Menschen einbringen. Im Feld der Psychologie beispielsweise wird Margret Göths Engagement gewürdigt und im Feld der Theologie Eske Wollrads.   

Ein bisschen weiter weg, aber nicht weniger bedeutend sind Lesben, die mit ihrer Arbeit im Rampenlicht stehen:

So zum Beispiel die Musikerinnen Hayley Kiyoko, k.d. Lang, Melissa Etheridge, Peaches oder Maren Kroymann. Durch ihre Musik aber auch ihr politisches Wirken tragen sie lesbische Anliegen in die Gesellschaft.

Genauso tun es Schauspielerinnen, Satirikerinnen und Comediennes, die über den Weg der Unterhaltung lsbttiq und feministische Themen nahebringen, ohne die Ernsthaftigkeit dabei zu verlieren. Hier werden empfohlen: Hannah Gadsby, Tig Notaro, Karin Hanczewski, Tania Witte, Maren Kroymann, Wanda Sykes, Ellen DeGeneres, Muriel Robin und Shirley Souagnon.

Im Profi-Sport nutzt beispielsweise Fußball-Weltmeisterin Megan Rapinoe selbstbewusst das mediale Interesse an ihr, um Kämpfe für Gleichberechtigung voranzubringen.

Ein anderer Weg, auf dem Lesben Gesellschaft mitgestalten, ist die Literatur. Über ihre Gedichte, Romane, theoretischen und politischen Werke bereichern lesbische Autorinnen intersektionale Debatten und Bewegungen, und Leben. Als Vorbilder benannt werden hier die antirassistischen Aktivistinnen Audre Lorde, Katharina Oguntoye und Angela Davis, Speakerin für trans Rechte Felicia Ewert, andere politisch engagierte Schriftstellerinnen wie Carolin Emcke und Sarah Schulman, sowie Krimi-Autorin Val McDermid. Wer lieber Comics als Bücher liest, findet bei Alison Bechdel und Muriel Lacan Lesben zum Vorbild.

Auch fiktive lesbische Figuren können Vorbilder sein, wenn sie gut geschrieben sind. Beispiele dafür sind Krimi-Protagonistin Stoner McTavish (aus der gleichnamigen Romanreihe) oder das Heldinnen-Paar Nomi und Amanita (aus der Netflix-Serie Sense8).

Zuletzt weisen wir noch auf zwei Frauen hin, deren Beziehungen man heute als lesbisch bezeichnen könnte, die aber zu Lebzeiten nicht als solche sichtbar waren. Emily Dickinson beispielsweise hat die Liebesbeziehung zu ihrer Schwägerin in ihre Gedichte einfließen lassen, bei der posthumen Veröffentlichung ihres Werks wurde alles Lesbische allerdings systematisch ausradiert. Auch bei Anna Freud, einer der ersten Psychoanalytikerinnen, wird in der Regel übergangen, dass sie mit einer Frau in einer Partnerschaft lebte.

Die beiden stehen stellvertretend für die lesbische Unsichtbarkeit, die auch heute noch ein relevantes Thema ist. PLUS freut sich deshalb umso mehr, dass es so viele lesbische Vorbilder gibt und dass sie am Tag der lesbischen Sichtbarkeit zelebriert werden.

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